{"id":6970,"date":"2017-06-06T22:01:52","date_gmt":"2017-06-06T20:01:52","guid":{"rendered":"http:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/?p=6970"},"modified":"2017-06-06T22:01:52","modified_gmt":"2017-06-06T20:01:52","slug":"mecklenburger-seen-runde-2017","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/mecklenburger-seen-runde-2017\/","title":{"rendered":"Mecklenburger Seen Runde 2017"},"content":{"rendered":"<h1 style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Radfahren in MV wow wow<\/span><\/h1>\n<h1 style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-size: 12pt;\">Ein 300 km H\u00f6llenritt<\/span><\/h1>\n<p>Manche Dinge wiederholen sich im Leben, andere nicht und noch andere werden sich nie wiederholen. Wie vor zwei Jahren str\u00f6mte auch diesmal wieder eine Dortmunder Autokarawane Richtung Berlin zum Pokalfinale und behinderte mich auf meiner Fahrt nach Neubrandenburg zur Mecklenburger Seen Runde. Nicht wiederholt hat sich dann, dass Dortmund das Finale verloren hat. Wie tief man fallen kann: Der Finalgegner und Pokalsieger hie\u00df damals VfL Wolfsburg. Das war 2015. Die hatten diesmal ein anderes Endspiel.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/MSR-map.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-6891 aligncenter lazyload\" data-src=\"http:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/MSR-map-300x212.jpg\" alt=\"\" width=\"896\" height=\"633\" data-srcset=\"https:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/MSR-map-300x212.jpg 300w, https:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/MSR-map-768x542.jpg 768w, https:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/MSR-map.jpg 800w\" data-sizes=\"(max-width: 896px) 100vw, 896px\" src=\"data:image\/svg+xml;base64,PHN2ZyB3aWR0aD0iMSIgaGVpZ2h0PSIxIiB4bWxucz0iaHR0cDovL3d3dy53My5vcmcvMjAwMC9zdmciPjwvc3ZnPg==\" style=\"--smush-placeholder-width: 896px; --smush-placeholder-aspect-ratio: 896\/633;\" \/><\/a><\/p>\n<p>Ich kam dann doch zeitig und bei sch\u00f6nstem Wetter im Kulturpark direkt am Tollensesee an, um meine Startunterlagen abzuholen. Zuf\u00e4llig und ohne Absprache waren auch Wolfgang und Lukas f\u00fcnf Minuten vor mir hier eingetroffen. Sah ansonsten alles genauso aus wie vor zwei Jahren. Es war 16 Uhr und noch vier Stunden Zeit, bis die ersten Helden auf die 300-km-Strecke geschickt werden sollten. W\u00e4hrend Wolfgang und Lukas in ihr Quartier bei Mirow zur\u00fcckfuhren, hatte ich den Plan, direkt im Start-Zielbereich im Auto zu \u00fcbernachten. Ich vertrieb mir die Zeit mit einer kleinen Rad-Runde durch die Stadt. Eigentlich wollte ich am Tollensesee entlang fahren, aber der wundersch\u00f6ne Weg ist nicht Rennrad tauglich. Zur\u00fcck im Veranstaltungsgel\u00e4nde wurde gerade die Organisatorin der V\u00e4tternrunde interviewt und machte ein tolles Angebot. Sie offerierte 100 Startpl\u00e4tze f\u00fcr die in zwei Wochen stattfindende V\u00e4tternrunde, die ansonsten wie jedes Jahr schon lange vorher ausgebucht war. Ich h\u00e4tte es mir ja \u00fcberlegt, dort auch teilzunehmen, aber die weite Anreise wollte ich mir nicht zumuten. Und zweimal 300 km Rad innerhalb von zwei Wochen w\u00e4re vielleicht auch keine gute Idee gewesen.<\/p>\n<p>Danach dann das Highlight: Olaf Ludwig betrat die B\u00fchne und wurde vom Moderator befragt. Wer es nicht mehr wei\u00df: Das ist der Olympiasieger von 1988 im Stra\u00dfeneinzel und sp\u00e4ter dreifacher Etappensieger bei der Tour de France. Jetzt veranstaltet er Radreisen nach Bulgarien. Ich konnte es mir nicht verkneifen, ihn um ein gemeinsames Bild zu bitten. In seiner bodenst\u00e4ndigen Art kam er meinem Wunsch sofort nach.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1090904_Olaf-Ludwig-klein.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-6882 aligncenter lazyload\" data-src=\"http:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1090904_Olaf-Ludwig-klein-300x226.jpg\" alt=\"\" width=\"965\" height=\"727\" data-srcset=\"https:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1090904_Olaf-Ludwig-klein-300x226.jpg 300w, https:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1090904_Olaf-Ludwig-klein-768x580.jpg 768w, https:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1090904_Olaf-Ludwig-klein-1024x773.jpg 1024w, https:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1090904_Olaf-Ludwig-klein-45x35.jpg 45w, https:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1090904_Olaf-Ludwig-klein.jpg 1500w\" data-sizes=\"(max-width: 965px) 100vw, 965px\" src=\"data:image\/svg+xml;base64,PHN2ZyB3aWR0aD0iMSIgaGVpZ2h0PSIxIiB4bWxucz0iaHR0cDovL3d3dy53My5vcmcvMjAwMC9zdmciPjwvc3ZnPg==\" style=\"--smush-placeholder-width: 965px; --smush-placeholder-aspect-ratio: 965\/727;\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Eine bedeutende Radsportlegende und ein eher unbedeutender Hobbyradler<\/p>\n<p>Ab 20 Uhr wohnte ich den Starts der Nightrider bei. Um diese Zeit sind wir vor zwei Jahren auch auf die Strecke gegangen. Hier starteten \u00fcberwiegend Tourenradler und Individualisten mit teilweise abenteuerlichen Fahrr\u00e4dern. Mit einem davon hatte ich vor seinem Start gesprochen. Er machte zum ersten Mal eine 300 km Tour, war die Strecke letztes Jahr im Oktober in zwei Tagen abgefahren. Sein Rad ein schweres Stahlross mit Gep\u00e4cktr\u00e4ger. Vorn dran eine Lenkertasche, am Rahmen eine 1-Liter-Flasche, eine weitere auf dem Gep\u00e4cktr\u00e4ger. Und das, obwohl es alle 40 \u2013 50 km ein Verpflegungsdepot gibt. Streng genommen sind diese Starter die wahren Helden und nicht die durchtrainierten Sportler, die in 30-er Gruppen mit Tempo 40 um die Mecklenburger Seen rasen. Etwa 500 Radler gingen bis 22 Uhr ins Rennen, danach war im Startbereich bis 4:30 Uhr Nachtruhe und f\u00fcr mich auch.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1090906_Nullstart-klein.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-6883 aligncenter lazyload\" data-src=\"http:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1090906_Nullstart-klein-300x219.jpg\" alt=\"\" width=\"959\" height=\"700\" data-srcset=\"https:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1090906_Nullstart-klein-300x219.jpg 300w, https:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1090906_Nullstart-klein-768x561.jpg 768w, https:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1090906_Nullstart-klein-1024x748.jpg 1024w, https:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1090906_Nullstart-klein-278x202.jpg 278w, https:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1090906_Nullstart-klein.jpg 1500w\" data-sizes=\"(max-width: 959px) 100vw, 959px\" src=\"data:image\/svg+xml;base64,PHN2ZyB3aWR0aD0iMSIgaGVpZ2h0PSIxIiB4bWxucz0iaHR0cDovL3d3dy53My5vcmcvMjAwMC9zdmciPjwvc3ZnPg==\" style=\"--smush-placeholder-width: 959px; --smush-placeholder-aspect-ratio: 959\/700;\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Nullstart um 20 Uhr, links der Erste auf der Strecke<\/p>\n<p>Ich verbrachte eine ruhige Nacht in Nachbarschaft anderer MSR-Starter in ihren Wohnmobilen. Mein Vorbereitungsstand war gef\u00fchlt wie bei meinen vorherigen vier\u00a0 Radmarathons. Ich war etwa 1000 km seit M\u00e4rz gefahren, meistens mit dem Mountainbike, weil meine Standardstrecke durch ehemaliges Tagebaugel\u00e4nde f\u00fchrt. Nur eine Strecke \u00fcber mehr als 100 km war dabei, eigentlich bissl wenig. Daf\u00fcr sollte es mein erster Radmarathon ohne Nachtfahrt werden, und die Wetterprognose konnte besser nicht sein. 16 Stunden Sonne waren angesagt, und das Wetter hielt sich an die Vorhersage.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1090913_Start-mit-Wolfgang-und-Lukas-klein.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-6885 aligncenter lazyload\" data-src=\"http:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1090913_Start-mit-Wolfgang-und-Lukas-klein-300x239.jpg\" alt=\"\" width=\"866\" height=\"690\" data-srcset=\"https:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1090913_Start-mit-Wolfgang-und-Lukas-klein-300x239.jpg 300w, https:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1090913_Start-mit-Wolfgang-und-Lukas-klein-768x612.jpg 768w, https:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1090913_Start-mit-Wolfgang-und-Lukas-klein-1024x816.jpg 1024w, https:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1090913_Start-mit-Wolfgang-und-Lukas-klein-45x35.jpg 45w, https:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1090913_Start-mit-Wolfgang-und-Lukas-klein.jpg 1500w\" data-sizes=\"(max-width: 866px) 100vw, 866px\" src=\"data:image\/svg+xml;base64,PHN2ZyB3aWR0aD0iMSIgaGVpZ2h0PSIxIiB4bWxucz0iaHR0cDovL3d3dy53My5vcmcvMjAwMC9zdmciPjwvc3ZnPg==\" style=\"--smush-placeholder-width: 866px; --smush-placeholder-aspect-ratio: 866\/690;\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Team Ullrich am Start kurz vor 5 Uhr<\/p>\n<p>Um 4:15 Uhr wurde ich vom Sprecher am Start geweckt, denn da begannen jetzt die Startvorbereitungen f\u00fcr die erste Gruppe des Tages, die um 4:30 Uhr auf die Strecke ging. Ein Kaffee und ein Croissant mussten mir f\u00fcr die ersten 40 km bis Feldberg reichen. Am Start traf ich mit den anderen vom Team Ullrich zusammen: Wolfgang und Lukas sowie Thomas mit Tochter Jette. Als der Start der 5-Uhr-Gruppe, zu der wir geh\u00f6rten, vollzogen wurde, sahen wir vorn etwa 50 Starter losradeln, aber unmittelbar vor uns standen 50 Mann, die sich nicht von der\u00a0 Stelle r\u00fchrten. Mist wir waren in der 5:10 Uhr Startgruppe gelandet. In Trump-Manier dr\u00e4ngelten wir uns vorbei und fanden schnell Anschluss an unsere Gruppe, die die ersten Kilometer durch die Stadt aus Sicherheitsgr\u00fcnden von einem vorausfahrenden Polizeifahrzeug etwas ausgebremst wurde.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1090911_Bodennebel-klein.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-6884 aligncenter lazyload\" data-src=\"http:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1090911_Bodennebel-klein-300x195.jpg\" alt=\"\" width=\"871\" height=\"566\" data-srcset=\"https:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1090911_Bodennebel-klein-300x195.jpg 300w, https:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1090911_Bodennebel-klein-768x499.jpg 768w, https:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1090911_Bodennebel-klein-1024x665.jpg 1024w, https:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1090911_Bodennebel-klein-190x122.jpg 190w, https:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1090911_Bodennebel-klein.jpg 1500w\" data-sizes=\"(max-width: 871px) 100vw, 871px\" src=\"data:image\/svg+xml;base64,PHN2ZyB3aWR0aD0iMSIgaGVpZ2h0PSIxIiB4bWxucz0iaHR0cDovL3d3dy53My5vcmcvMjAwMC9zdmciPjwvc3ZnPg==\" style=\"--smush-placeholder-width: 871px; --smush-placeholder-aspect-ratio: 871\/566;\" \/><\/a><\/p>\n<p>Um 5 Uhr war von den angek\u00fcndigten 28\u00b0C noch nichts zu sp\u00fcren. Auf den Wiesen lag noch der Bodennebel, und die Temperatur lag bei 10\u00b0C. Wir waren erstmal lang\u00e4rmlig bekleidet. Trotzdem war es in den schattigen Senken empfindlich k\u00fchl. Zwar ging es nach 3 km schon mal richtig zur Sache an der \u2013 nomen est omen \u2013 Bergstra\u00dfe. Das brachte aber nur meinen Puls in Wallung, warm wurde davon niemandem. Im geschlossenen Feld begann eine ziemlich z\u00fcgige Fahrt, um es mal so zu nennen. Allein w\u00e4re ich bei diesem Tempo nach 30 km aus dem Sattel gefallen, so aber brauchte man einfach nur im Windschatten mitzurollen und konnte Kraft f\u00fcr das sparen, was uns noch erwarten sollte. Die Landschaft auf diesem ersten Abschnitt war wie auf der ganzen Strecke traumhaft. Der Eindruck wurde noch dadurch gesteigert, dass wir teilweise in die tiefstehende Sonne hineinfuhren und von den Seen und Wiesen die Nebel aufstiegen. Trotz des Tempos und der Gruppenfahrt riskierte ich Blicke nach rechts und links. Das muss man wirklich mal erlebt haben.<\/p>\n<p>Das erste Depot in Feldberg bei km 41 war schnell erreicht. Wir genehmigten uns ein erstes Fr\u00fchst\u00fcck. Wie hatte Olaf Ludwig am Vorabend gesagt? 300 km Radfahren bedeutet vor allem essen, essen und trinken, trinken. Und der Unterschied zwischen Profi und Freizeitsportler ist der, dass der Freizeitsportler selbst bestimmt, wann es Spa\u00df macht, aber bei 300 km wird es nicht immer nur Spa\u00df machen. Wie wahr!! Weiter ging die Hatz. Es dauerte nicht lange, bis eine 30-er Gruppe an uns vorbei rauschte. Also kurz antreten und im Windschatten mitrollen. Beim Blick auf meinen Fahrradcomputer wurde mir mitunter schwindlig. Da wurden Geschwindigkeiten angezeigt, die ich sonst nur vom H\u00f6rensagen kenne. Wenn man immer allein trainiert, kann man solches Windschattenfahren mal richtig genie\u00dfen. Das Depot in Neustrelitz bei km 73 war unser n\u00e4chstes Zwischenziel. Mittlerweile stand die Sonne h\u00f6her, und der prognostizierte Traumtag k\u00fcndigte sich an. In Neustrelitz selbst war Konzentration gefordert, denn einige Pflasterpassagen r\u00fcttelten uns und die R\u00e4der kr\u00e4ftig durch. Vor zwei Jahren war ich am Depot um Mitternacht vorbeigefahren, diesmal war es nicht zu \u00fcbersehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1090917_Neustrelitz-klein.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-6886 aligncenter lazyload\" data-src=\"http:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1090917_Neustrelitz-klein-300x229.jpg\" alt=\"\" width=\"855\" height=\"653\" data-srcset=\"https:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1090917_Neustrelitz-klein-300x229.jpg 300w, https:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1090917_Neustrelitz-klein-768x586.jpg 768w, https:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1090917_Neustrelitz-klein-1024x782.jpg 1024w, https:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1090917_Neustrelitz-klein-45x35.jpg 45w, https:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1090917_Neustrelitz-klein.jpg 1500w\" data-sizes=\"(max-width: 855px) 100vw, 855px\" src=\"data:image\/svg+xml;base64,PHN2ZyB3aWR0aD0iMSIgaGVpZ2h0PSIxIiB4bWxucz0iaHR0cDovL3d3dy53My5vcmcvMjAwMC9zdmciPjwvc3ZnPg==\" style=\"--smush-placeholder-width: 855px; --smush-placeholder-aspect-ratio: 855\/653;\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Umstellung auf kurz\u00e4rmlig in Neustrelitz, ca. 7:45 Uhr<\/p>\n<p>Die Pause hier zog sich ziemlich in die L\u00e4nge. Ich hatte wirklich immer den Spruch von Olaf Ludwig mit dem Essen im Hinterkopf. Eine schnelle Gruppe fand sich bald wieder zusammen. Diesmal war es das straff durchorganisierte Team \u201efunaktiv\u201c. Das hatte ich so auch noch nicht erlebt. Da machte einer Ansagen wie: \u201eNicht so viel Abstand lassen!\u201c \u2026 Das nahm schon milit\u00e4rische Formen an. F\u00fcr uns als Trittbrettfahrer war es aber super. Die Truppe st\u00f6rte es auch nicht, dass noch 20 andere in ihrem Windschatten mitfuhren. Ist ja auch nicht verboten. Die MSR ist kein Wettkampf, und es gibt keine Ergebnisliste mit Platzierungen. Die Zeiten werden zwar elektronisch erfasst, die Reihung erfolgt aber alphabetisch. Bei 2000 Teilnehmern daraus eine wirkliche Ergebnisliste zu basteln w\u00e4re m\u00f6glich aber sinnlos und zeitaufw\u00e4ndig.<\/p>\n<p>Auf gut asphaltierten schmalen Nebenstra\u00dfen ging es vorbei an kleinen Seen und durch dichte W\u00e4lder Richtung Mirow und weiter in Sichtweite der M\u00fcritz nach R\u00f6bel. Das Tempo war immer noch atemberaubend schnell \u2013 zumindest f\u00fcr mich. Wenn man 30 km\/h f\u00e4hrt und der kleine Pfeil auf dem Tacho nach unten zeigt, wei\u00df der Fachmann, dass hier nicht gebummelt wurde. D.h. man f\u00e4hrt unter der Durchschnittsgeschwindigkeit. Das habe ich noch NIE erlebt. Das ist allerdings auch der gro\u00dfe Unterschied zur Nachtfahrt. Man findet nachts keine gro\u00dfen schnellen Gruppen. Man ist weitestgehend auf sich allein gestellt. Insofern sind Zeiten im Radsport sehr mit Vorsicht zu genie\u00dfen und wie schon eingangs erw\u00e4hnt die Nachtfahrer die wahren Helden. Ein anderer wesentlicher Faktor beim Radfahren spielte heute keine Rolle: der Wind. Es herrschten wirklich perfekte Bedingungen. Manchmal muss man zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Dann ergibt sich alles andere von selbst.<\/p>\n<p>Das Depot in R\u00f6bel bei 125 km war im Vergleich zu 2015 leider verlegt worden. Damals befand es sich direkt an der M\u00fcritz, diesmal weiter oben direkt an der Strecke. Hatte den Vorteil, dass ein paar H\u00f6henmeter weniger anfielen. Das Team \u201efunaktiv\u201c bekam vom Chef 10 Minuten Zeit f\u00fcr die Verpflegung. Mehr wollten wir uns auch nicht g\u00f6nnen, sondern lieber wieder mit dem D-Zug mitrollen. R\u00f6bel ist ja so etwas wie die Hauptverpflegungsstelle, hier gab es warmes Essen, Fettbemmchen mit Gew\u00fcrzgurken, Kuchen, Bananen, Riegel und und und \u2026 Zuerst glich ich aber meinen Fl\u00fcssigkeitsverlust aus. Die Wasserkanister kannten nur einen Zustand: leer. Die Radler soffen hier wie die Kamele. Das war auch bitter n\u00f6tig, die Sonne war inzwischen zu H\u00f6chstform aufgestiegen. Beim Essen war ich auch nicht w\u00e4hlerisch, griff mir Fettbemmchen und Gurken, dann gleich 3 St\u00fcck Schokokuchen zusammen in den Mund. Hauptsache Energie. Genie\u00dfen konnte man hinterher. Aus dem Augwinkel immer wieder ein Blick zu unseren \u201eaktiven Funsportlern\u201c, damit sie nicht ohne uns losfahren. Es waren dann doch etwas mehr als 10 Minuten Pause, aber deren Chef dr\u00e4ngelte schon.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1090921-klein.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-6887 aligncenter lazyload\" data-src=\"http:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1090921-klein-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"833\" height=\"555\" data-srcset=\"https:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1090921-klein-300x200.jpg 300w, https:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1090921-klein-768x512.jpg 768w, https:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1090921-klein-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1090921-klein-90x60.jpg 90w, https:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1090921-klein-180x120.jpg 180w, https:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1090921-klein-95x64.jpg 95w, https:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1090921-klein.jpg 1500w\" data-sizes=\"(max-width: 833px) 100vw, 833px\" src=\"data:image\/svg+xml;base64,PHN2ZyB3aWR0aD0iMSIgaGVpZ2h0PSIxIiB4bWxucz0iaHR0cDovL3d3dy53My5vcmcvMjAwMC9zdmciPjwvc3ZnPg==\" style=\"--smush-placeholder-width: 833px; --smush-placeholder-aspect-ratio: 833\/555;\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Man sollte sich am Depot gut merken, wo man sein Rad abgestellt hat<\/p>\n<p>Dann ging es z\u00fcgig aus R\u00f6bel heraus leicht ansteigend. Ich kam auf die verwegene Idee, zu schalten. Jette neben mir fragte noch: \u201eAlles ok?\u201c Meine Antwort bekam sie nicht mehr mit. Die Kette war runter vom Kettenblatt. Ich musste absteigen, Kette auflegen, hatte \u00f6lverschmierte H\u00e4nde und sah die Funaktiven inklusive Team Ullrich am Horizont. 50 km bis zum n\u00e4chsten Depot. Alleinfahrt. Mist. Versprengte Einzelk\u00e4mpfer konnten mir auch nicht wirklich helfen. Die waren zu schnell oder zu langsam. Also jetzt mal ruhig bleiben und beim Blick auf den Tacho nicht erschrecken. Der zeigte n\u00e4mlich jetzt wieder normale Zahlen an. Dann ein Hoffnungsschimmer: das Schild 150 km. Die H\u00e4lfte der Strecke in 5,5 Stunden. Ich konnte mir eigentlich unendlich viel Zeit lassen, lag weit \u00fcber den Erwartungen. Aber so viel Spa\u00df sollte dann doch nicht sein.<\/p>\n<p>Nachdem ich mich etwa 20 km im pelotonm\u00e4\u00dfigen Niemandsland bewegt hatte, schoss pl\u00f6tzlich ein Team von der Deutschen Post mit knalligen gelben Trikots an mir vorbei. Ich schaffte es gerade noch, mich hinten einzuklinken. Und das Tempo war machbar. Die Deutsche Post, dein Freund und Helfer. Sie haben mich wirklich ein bisschen gerettet. Ein herrlicher Abschnitt am Petersdorfer See auf sehr schmaler, kurviger Stra\u00dfe mit immer wieder entgegenkommenden Autos folgte. Nochmal volle Konzentration. Die Autofahrer waren kooperativ und blieben am Rand stehen. Ich war der Letzte in der 30 Fahrer starken Gruppe. In Lenz dann fast Tour-de-France-Stimmung. \u00dcber ein schmales Br\u00fcckchen wird ein Kanal gequert, die Zuschauer stehen Spalier. Ich qu\u00e4le mich den kurzen Anstieg im kleinsten Gang hinauf und erwische wieder das Ende des Post-Express\u2018. Wir kommen an einem Strandbad bei Malchow vorbei. Jetzt in die Fluten w\u00e4re sch\u00f6n\u2026 Aber das n\u00e4chste Depot w\u00e4re auch nicht schlecht. Habe jetzt auch wieder ein Auge f\u00fcr die landschaftlichen Sch\u00f6nheiten. Dies ist hier eine Gegend wie man sie in Deutschland kaum noch findet: Wald, Seen und ganz selten mal ein paar H\u00e4user. Inmitten dieser Idylle liegt Nossentiner H\u00fctte, wo bei km 172 die Freiwillige Feuerwehr mit gro\u00dfer Hingabe das Depot Nr. 4 betreute. In dem Dorf war eine Stimmung wie wohl nur einmal im Jahr. Jeder wurde angefeuert und das nicht nur von der Feuerwehr. Ich erfuhr von Wolfgang und Lukas, die schon eine Weile hier waren, dass die Funaktiven den \u201eBefehl bekommen hatten\u201c, das Depot auszulassen. Ein Blick in die Ergebnisliste (Suche nach funaktiv) sagte mir, dass sie am Ende 10,5 Stunden brutto unterwegs waren. Das war dann nicht mehr mein Level. Auch hier griff ich wieder zum Kuchen, und zur Cola, und zu den Fettbemmchen\u2026 Au\u00dferdem versuchte ich es mit Isogetr\u00e4nk, was ich beim Laufen gar nicht vertrage. Hier ging alles gut. Im \u00dcbrigen: Wenn es nicht mehr gegangen w\u00e4re, h\u00e4tte ich wie einige andere auch den Bus nehmen k\u00f6nnen. Hier verkehrt alle 1,5 Stunden ein Bus, der Radler, die kr\u00e4ftem\u00e4\u00dfig am Ende sind, nach Neubrandenburg zur\u00fcck bef\u00f6rdert. Dieses Jahr gab es bei \u00fcber 2000 Startern nur 30 Aufgaben. Das ist eine sehr gute Quote. Die Busse h\u00e4tte man durch Taxis ersetzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1090922-klein.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-6889 aligncenter lazyload\" data-src=\"http:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1090922-klein-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"858\" height=\"572\" data-srcset=\"https:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1090922-klein-300x200.jpg 300w, https:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1090922-klein-768x512.jpg 768w, https:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1090922-klein-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1090922-klein-90x60.jpg 90w, https:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1090922-klein-180x120.jpg 180w, https:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1090922-klein-95x64.jpg 95w, https:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1090922-klein.jpg 1500w\" data-sizes=\"(max-width: 858px) 100vw, 858px\" src=\"data:image\/svg+xml;base64,PHN2ZyB3aWR0aD0iMSIgaGVpZ2h0PSIxIiB4bWxucz0iaHR0cDovL3d3dy53My5vcmcvMjAwMC9zdmciPjwvc3ZnPg==\" style=\"--smush-placeholder-width: 858px; --smush-placeholder-aspect-ratio: 858\/572;\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Depot Nossentiner H\u00fctte, km 172<\/p>\n<p>Die folgende Etappe war eine Kopie der vorherigen. Die Kette ist mir nicht runtergefallen, aber ich konnte irgendwann dem Pulk nicht mehr folgen. Bin diesmal aber nicht der Einzige. Auch Jette nimmt ein bisschen Tempo heraus. Man muss sich vorstellen, dass man bei 200 km immer noch eine Durchschnittsgeschwindigkeit von mehr als 30 km\/h hat (ohne Pausen). Das geht dann allm\u00e4hlich an die Substanz. Und die Sonne brennt jetzt unbarmherzig vom Himmel. Ich hab heute schon einige Liter getrunken. Ich muss an die MSR 2015 denken. Da war ich an dieser Stelle gegen 6 Uhr morgens, es regnete, heftiger Wind blies, am Depot in Alt-Sch\u00f6nau waren Feuerk\u00f6rbe aufgestellt, an denen sich bemitleidenswerte Gestalten versuchten, aufzuw\u00e4rmen. Diesmal Kontrastprogramm. In ein aufblasbares Wasserbecken h\u00e4ngten die Radsportler ihre qualmenden F\u00fc\u00dfe, andere suchten ein schattiges Pl\u00e4tzchen. Ich kam mit Jette und ein paar anderen am Depot bei km 216 an und traf hier auch wieder Wolfgang, Lukas und Jettes Vater Thomas. Unsere gute Stimmung war ungebrochen. Wir hatten bis hierher eine f\u00fcr unsere Verh\u00e4ltnisse Wahnsinnstour gefahren. Der Gedanke \u201enur noch 85 km\u201c war aber gef\u00e4hrlich. Das waren noch 3 Stunden mit gegen Ende hin einigen giftigen Anstiegen und immer noch steigenden Temperaturen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1090926-klein.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-6890 aligncenter lazyload\" data-src=\"http:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1090926-klein-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"786\" height=\"524\" data-srcset=\"https:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1090926-klein-300x200.jpg 300w, https:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1090926-klein-768x512.jpg 768w, https:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1090926-klein-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1090926-klein-90x60.jpg 90w, https:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1090926-klein-180x120.jpg 180w, https:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1090926-klein-95x64.jpg 95w, https:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1090926-klein.jpg 1500w\" data-sizes=\"(max-width: 786px) 100vw, 786px\" src=\"data:image\/svg+xml;base64,PHN2ZyB3aWR0aD0iMSIgaGVpZ2h0PSIxIiB4bWxucz0iaHR0cDovL3d3dy53My5vcmcvMjAwMC9zdmciPjwvc3ZnPg==\" style=\"--smush-placeholder-width: 786px; --smush-placeholder-aspect-ratio: 786\/524;\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Hier konnte man die F\u00fc\u00dfe k\u00fchlen, km 216 in Alt-Sch\u00f6nau<\/p>\n<p>Meine Bef\u00fcrchtungen bewahrheiteten sich leider teilweise. Wir waren diesmal in kleiner Gruppe gut unterwegs. Der Tacho zeigte 235 km. Ich fuhr die leicht ansteigende Bundesstra\u00dfe gerade vorn, als wieder ein Express vorbeizog. Zu sp\u00e4t sah ich, dass Wolfgang und Lukas noch herangesprungen waren. Auch Thomas schaffte es noch. Ich hatte keine Chance nochmal zu beschleunigen. Jette war auch fort, wohl eher hinter mir. Es folgten die schwersten Kilometer der ganzen Tour. Mutterseelenallein, ziemlich kaputt und noch 25 km bis zum n\u00e4chsten Depot vor der Brust, war ich am Boden. Die Strecke war ziemlich profiliert. Nur Radfahrer k\u00f6nnen verstehen, warum das hier Mecklenburgische Schweiz hei\u00dft. Dann kommen innere Stimmen, die einem einfl\u00fcstern, dass das n\u00e4chste Depot bei 250 km ist. Tats\u00e4chlich ist es erst bei 261 km. Das ziiiieeeht sich. Es lie\u00df sich aber auch kein einziger Radfahrer mehr blicken. Wo waren die alle?<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Spruchband.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-6892 aligncenter lazyload\" data-src=\"http:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Spruchband-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"827\" height=\"620\" data-srcset=\"https:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Spruchband-300x225.jpg 300w, https:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Spruchband-768x576.jpg 768w, https:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Spruchband-45x35.jpg 45w, https:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Spruchband.jpg 800w\" data-sizes=\"(max-width: 827px) 100vw, 827px\" src=\"data:image\/svg+xml;base64,PHN2ZyB3aWR0aD0iMSIgaGVpZ2h0PSIxIiB4bWxucz0iaHR0cDovL3d3dy53My5vcmcvMjAwMC9zdmciPjwvc3ZnPg==\" style=\"--smush-placeholder-width: 827px; --smush-placeholder-aspect-ratio: 827\/620;\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Keine wirkliche Hilfe, wenn man fix und fertig ist<\/p>\n<p>Nach qu\u00e4lenden 25 km erreichte ich M\u00f6llenhagen. Ich fand Wolfgang am Boden liegend die Unterschenkel auf einen Stuhl hochgelegt. Was war passiert? Elektrolytmangel, Wadenkrampf! W\u00e4hrend er sich um einen Massagetermin bem\u00fchte, bet\u00e4tigte ich mich wieder als Kamel. Dazu Schokolade, Cola, Fettbemmchen\u2026 Wahnsinn, was ein Magen an einem Tag alles fasst. So schlimm dies hier alles klingt, wir hatten noch unglaublich viel Zeit, um unser mittlerweile selbstgestecktes Ziel zu erreichen: 12 Stunden brutto. Und was beim Laufen undenkbar ist, passierte hier beim Radfahren. Wenn man beim Marathon bei km 35 platt ist, kann man essen und trinken, was man will. Man kommt nicht wieder auf die Beine. Hier fuhren wir nach 20 Minuten wieder mit einer Gruppe unser 30-er Tempo. Es rollte richtig gut. Schlecht war allerdings die Stra\u00dfe wie schon an einigen Stellen vorher. Eigentlich war die Stra\u00dfe gut asphaltiert, aber unvermittelt tauchten immer wieder tiefe L\u00f6cher auf, die man beim Gruppenfahren nat\u00fcrlich zu sp\u00e4t sieht. Ich habe zum Gl\u00fcck keine schweren St\u00fcrze gesehen, soll aber welche gegeben haben. Bei der V\u00e4tternrunde h\u00e4tte man vorher einen Bautrupp durchgeschickt.<\/p>\n<p>Bis zum letzten Depot in Penzlin war es ein Katzensprung. Wir hatten schon vorher beschlossen, dieses Depot auszulassen. Die letzten 16 km mussten einfach so kommen. Wieder half uns eine gro\u00dfe Gruppe. Die war international besetzt mit D\u00e4nen und Schweden. Ein Franzose war auch dabei. Gro\u00dfartig. Alle radelten in einem Pulk. Warum begreifen Politiker nicht, dass es das ist, was das Volk will? Auf dieser B\u00fchne gewinnen im Moment nur die Separatisten. Trump sollte mal an der MSR teilnehmen. Da m\u00fcsste er sich aber durch Leistung und nicht mit Remplern gegen andere durchsetzen. Zur\u00fcck zur MSR: Die letzten 15 km hatten es durchaus nochmal in sich. Es war ein st\u00e4ndiges Auf und Ab. Die 300 km MSR ist mit 2100 H\u00f6henmetern angegeben. Zum Vergleich: Die V\u00e4tternrunde hat 1100 Hm. Und das merkt man. Ein absolutes Stimmungsnest wurde noch passiert. Kurz vor Neubrandenburg gibt es ein Radsport verr\u00fccktes Dorf namens Chemnitz. Das ganze Dorf befand sich im Ausnahmezustand. Super. Ich war nun mitten im D\u00e4nenpulk und raste mit ihnen Richtung Ziel. Die Schussfahrt nach Neubrandenburg war nochmal ein richtiger Genuss. Was folgte war der Tour nicht ganz angemessen. Kopfsteinpflaster durch eine Siedlung, dann geschotterte Parkwege und schlie\u00dflich die Bogenbr\u00fccke kurz vorm Ziel. Wir kommen mit Schwung an, um diese H\u00fcrde zu nehmen, da blockieren doch tats\u00e4chlich Fu\u00dfg\u00e4nger komplett die ganze Br\u00fccke. Es fallen unh\u00f6fliche Worte wie \u201eDas ist ein \u00f6ffentlicher Weg\u201c usw. Mehrere Radler m\u00fcssen 400 m vorm Ziel tats\u00e4chlich absteigen und die R\u00e4der \u00fcber die Br\u00fccke schieben. Unglaublich. Beim Kinderrennen am Abend zuvor war die Br\u00fccke f\u00fcr Fu\u00dfg\u00e4nger gesperrt. Mit Thomas rolle ich gemeinsam \u00fcber die Ziellinie. Ein tolles Gef\u00fchl. Jette folgt unmittelbar nach uns, Lukas und Wolfgang, der nochmals von Kr\u00e4mpfen geplagt wurde, kurze Zeit sp\u00e4ter. Was f\u00fcr ein Ergebnis! Wir sind weit unter 12 Stunden geblieben. Damit komme ich zur\u00fcck zum Anfang. Dies wird sich f\u00fcr mich nie wiederholen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1090899-klein.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-6972 aligncenter lazyload\" data-src=\"http:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1090899-klein-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"872\" height=\"581\" data-srcset=\"https:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1090899-klein-300x200.jpg 300w, https:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1090899-klein-768x512.jpg 768w, https:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1090899-klein-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1090899-klein-90x60.jpg 90w, https:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1090899-klein-180x120.jpg 180w, https:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1090899-klein-95x64.jpg 95w, https:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/P1090899-klein.jpg 1500w\" data-sizes=\"(max-width: 872px) 100vw, 872px\" src=\"data:image\/svg+xml;base64,PHN2ZyB3aWR0aD0iMSIgaGVpZ2h0PSIxIiB4bWxucz0iaHR0cDovL3d3dy53My5vcmcvMjAwMC9zdmciPjwvc3ZnPg==\" style=\"--smush-placeholder-width: 872px; --smush-placeholder-aspect-ratio: 872\/581;\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Die Bogenbr\u00fccke 400 m vorm Ziel in Neubrandenburg<\/p>\n<p>Statistik:<\/p>\n<p>Streckenl\u00e4nge \u2013 300 km<\/p>\n<p>H\u00f6hendifferenz \u2013 2100 m<\/p>\n<p>Teilnehmer auf der 300 km Strecke \u2013 \u00fcber 2000<\/p>\n<p>Aufgaben \u2013 ca. 30<\/p>\n<p>Bruttofahrzeit \u2013 11:45 h<\/p>\n<p>Nettofahrzeit \u2013 10:05 h<\/p>\n<p>Durchschnittsgeschwindigkeit \u2013 29,5 km\/h<\/p>\n<p>Max. Geschwindigkeit \u2013 61 km\/h, nur fliegen ist sch\u00f6ner<\/p>\n<p>Nicht zum Nachahmen empfohlen: 600 km am St\u00fcck (aus dem Nordkurier)<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/600km-Fahrer.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-6976 aligncenter lazyload\" data-src=\"http:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/600km-Fahrer-300x169.jpg\" alt=\"\" width=\"827\" height=\"466\" data-srcset=\"https:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/600km-Fahrer-300x169.jpg 300w, https:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/600km-Fahrer-768x432.jpg 768w, https:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/600km-Fahrer.jpg 800w\" data-sizes=\"(max-width: 827px) 100vw, 827px\" src=\"data:image\/svg+xml;base64,PHN2ZyB3aWR0aD0iMSIgaGVpZ2h0PSIxIiB4bWxucz0iaHR0cDovL3d3dy53My5vcmcvMjAwMC9zdmciPjwvc3ZnPg==\" style=\"--smush-placeholder-width: 827px; --smush-placeholder-aspect-ratio: 827\/466;\" \/><\/a><\/p>\n<p>Was f\u00fcr eine Leistung! Raimund Fiedler ist am Freitagabend um 20.20 Uhr gestartet und war Samstagmorgen um 7.02 Uhr im Ziel im Kulturpark. Statt die Beine hochzulegen, drehte der Mann einfach noch eine 300-Kilometer-Schleife, die er beim ersten Mal gr\u00f6\u00dftenteils nur im Dunkeln kennen gelernt hatte. Jetzt erlebte er noch eine Tagesfahrt und war um etwa 21.30 Uhr am Samstagabend im Ziel. Hut ab!<\/p>\n<p>Strecke mit H\u00f6henprofil: <a href=\"https:\/\/www.mecklenburger-seen-runde.de\/strecke-300-km\/\">https:\/\/www.mecklenburger-seen-runde.de\/strecke-300-km\/<\/a><\/p>\n<p>MSR-Homepage: <a href=\"http:\/\/www.mecklenburger-seen-runde.de\/home\/\">http:\/\/www.mecklenburger-seen-runde.de\/home\/<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bericht: Dieter Ullrich<\/p>\n<p>31.05.2017<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Radfahren in MV wow wow Ein 300 km H\u00f6llenritt Manche Dinge wiederholen sich im Leben, andere nicht und noch andere werden sich nie wiederholen. Wie vor zwei Jahren str\u00f6mte auch diesmal wieder eine Dortmunder Autokarawane Richtung Berlin zum Pokalfinale und behinderte mich auf meiner Fahrt nach Neubrandenburg zur Mecklenburger Seen Runde. Nicht wiederholt hat sich dann, dass Dortmund das Finale verloren hat. Wie tief man fallen kann: Der Finalgegner und Pokalsieger hie\u00df damals VfL Wolfsburg. Das war 2015. Die hatten diesmal ein anderes Endspiel. Ich kam dann doch zeitig und bei sch\u00f6nstem Wetter im Kulturpark direkt am Tollensesee an, um meine Startunterlagen abzuholen. Zuf\u00e4llig und ohne Absprache waren auch Wolfgang und Lukas f\u00fcnf Minuten vor mir hier eingetroffen. Sah ansonsten alles genauso aus wie vor zwei Jahren. Es war 16 Uhr und noch vier Stunden Zeit, bis die ersten Helden auf die 300-km-Strecke geschickt werden sollten. W\u00e4hrend Wolfgang und Lukas in ihr Quartier bei Mirow zur\u00fcckfuhren, hatte ich den Plan, direkt im Start-Zielbereich im Auto zu \u00fcbernachten. Ich vertrieb mir die Zeit mit einer kleinen Rad-Runde durch die Stadt. Eigentlich wollte ich am Tollensesee entlang fahren, aber der wundersch\u00f6ne Weg ist nicht Rennrad tauglich. Zur\u00fcck im Veranstaltungsgel\u00e4nde wurde gerade die Organisatorin der V\u00e4tternrunde interviewt und machte ein tolles Angebot. Sie offerierte 100 Startpl\u00e4tze f\u00fcr die in zwei Wochen stattfindende V\u00e4tternrunde, die ansonsten wie jedes Jahr schon lange vorher ausgebucht war. Ich h\u00e4tte es mir ja \u00fcberlegt, dort auch teilzunehmen, aber die weite Anreise wollte ich mir nicht zumuten. Und zweimal 300 km Rad innerhalb von zwei Wochen w\u00e4re vielleicht auch keine gute Idee gewesen. Danach dann das Highlight: Olaf Ludwig betrat die B\u00fchne und wurde vom Moderator befragt. Wer es nicht mehr wei\u00df: Das ist der Olympiasieger von 1988 im Stra\u00dfeneinzel und sp\u00e4ter dreifacher Etappensieger bei der Tour de France. Jetzt veranstaltet er Radreisen nach Bulgarien. Ich konnte es mir nicht verkneifen, ihn um ein gemeinsames Bild zu bitten. In seiner bodenst\u00e4ndigen Art kam er meinem Wunsch sofort nach. Eine bedeutende Radsportlegende und ein eher unbedeutender Hobbyradler Ab 20 Uhr wohnte ich den Starts der Nightrider bei. Um diese Zeit sind wir vor zwei Jahren auch auf die Strecke gegangen. Hier starteten \u00fcberwiegend Tourenradler und Individualisten mit teilweise abenteuerlichen Fahrr\u00e4dern. Mit einem davon hatte ich vor seinem Start gesprochen. Er machte zum ersten Mal eine 300 km Tour, war die Strecke letztes Jahr im Oktober in zwei Tagen abgefahren. Sein Rad ein schweres Stahlross mit Gep\u00e4cktr\u00e4ger. Vorn dran eine Lenkertasche, am Rahmen eine 1-Liter-Flasche, eine weitere auf dem Gep\u00e4cktr\u00e4ger. Und das, obwohl es alle 40 \u2013 50 km ein Verpflegungsdepot gibt. Streng genommen sind diese Starter die wahren Helden und nicht die durchtrainierten Sportler, die in 30-er Gruppen mit Tempo 40 um die Mecklenburger Seen rasen. Etwa 500 Radler gingen bis 22 Uhr ins Rennen, danach war im Startbereich bis 4:30 Uhr Nachtruhe und f\u00fcr mich auch. Nullstart um 20 Uhr, links der Erste auf der Strecke Ich verbrachte eine ruhige Nacht in Nachbarschaft anderer MSR-Starter in ihren Wohnmobilen. Mein Vorbereitungsstand war gef\u00fchlt wie bei meinen vorherigen vier\u00a0 Radmarathons. Ich war etwa 1000 km seit M\u00e4rz gefahren, meistens mit dem Mountainbike, weil meine Standardstrecke durch ehemaliges Tagebaugel\u00e4nde f\u00fchrt. Nur eine Strecke \u00fcber mehr als 100 km war dabei, eigentlich bissl wenig. Daf\u00fcr sollte es mein erster Radmarathon ohne Nachtfahrt werden, und die Wetterprognose konnte besser nicht sein. 16 Stunden Sonne waren angesagt, und das Wetter hielt sich an die Vorhersage. Team Ullrich am Start kurz vor 5 Uhr Um 4:15 Uhr wurde ich vom Sprecher am Start geweckt, denn da begannen jetzt die Startvorbereitungen f\u00fcr die erste Gruppe des Tages, die um 4:30 Uhr auf die Strecke ging. Ein Kaffee und ein Croissant mussten mir f\u00fcr die ersten 40 km bis Feldberg reichen. Am Start traf ich mit den anderen vom Team Ullrich zusammen: Wolfgang und Lukas sowie Thomas mit Tochter Jette. Als der Start der 5-Uhr-Gruppe, zu der wir geh\u00f6rten, vollzogen wurde, sahen wir vorn etwa 50 Starter losradeln, aber unmittelbar vor uns standen 50 Mann, die sich nicht von der\u00a0 Stelle r\u00fchrten. Mist wir waren in der 5:10 Uhr Startgruppe gelandet. In Trump-Manier dr\u00e4ngelten wir uns vorbei und fanden schnell Anschluss an unsere Gruppe, die die ersten Kilometer durch die Stadt aus Sicherheitsgr\u00fcnden von einem vorausfahrenden Polizeifahrzeug etwas ausgebremst wurde. Um 5 Uhr war von den angek\u00fcndigten 28\u00b0C noch nichts zu sp\u00fcren. Auf den Wiesen lag noch der Bodennebel, und die Temperatur lag bei 10\u00b0C. Wir waren erstmal lang\u00e4rmlig bekleidet. Trotzdem war es in den schattigen Senken empfindlich k\u00fchl. Zwar ging es nach 3 km schon mal richtig zur Sache an der \u2013 nomen est omen \u2013 Bergstra\u00dfe. Das brachte aber nur meinen Puls in Wallung, warm wurde davon niemandem. Im geschlossenen Feld begann eine ziemlich z\u00fcgige Fahrt, um es mal so zu nennen. Allein w\u00e4re ich bei diesem Tempo nach 30 km aus dem Sattel gefallen, so aber brauchte man einfach nur im Windschatten mitzurollen und konnte Kraft f\u00fcr das sparen, was uns noch erwarten sollte. Die Landschaft auf diesem ersten Abschnitt war wie auf der ganzen Strecke traumhaft. Der Eindruck wurde noch dadurch gesteigert, dass wir teilweise in die tiefstehende Sonne hineinfuhren und von den Seen und Wiesen die Nebel aufstiegen. Trotz des Tempos und der Gruppenfahrt riskierte ich Blicke nach rechts und links. Das muss man wirklich mal erlebt haben. Das erste Depot in Feldberg bei km 41 war schnell erreicht. Wir genehmigten uns ein erstes Fr\u00fchst\u00fcck. Wie hatte Olaf Ludwig am Vorabend gesagt? 300 km Radfahren bedeutet vor allem essen, essen und trinken, trinken. Und der Unterschied zwischen Profi und Freizeitsportler ist der, dass der Freizeitsportler selbst bestimmt, wann es Spa\u00df macht, aber bei 300 km wird es nicht immer nur Spa\u00df machen. Wie wahr!! Weiter ging die Hatz. Es dauerte nicht lange, bis eine 30-er Gruppe an uns vorbei rauschte. Also kurz antreten und im Windschatten mitrollen. Beim Blick auf meinen Fahrradcomputer wurde mir mitunter schwindlig. Da wurden Geschwindigkeiten angezeigt, die ich sonst nur vom H\u00f6rensagen kenne. Wenn man immer allein trainiert, kann man solches Windschattenfahren mal richtig genie\u00dfen. Das Depot in Neustrelitz bei km 73 war unser n\u00e4chstes Zwischenziel. Mittlerweile stand die Sonne h\u00f6her, und der prognostizierte Traumtag k\u00fcndigte sich an. In Neustrelitz selbst war Konzentration gefordert, denn einige Pflasterpassagen r\u00fcttelten uns und die R\u00e4der kr\u00e4ftig durch. Vor zwei Jahren war ich am Depot um Mitternacht vorbeigefahren, diesmal war es nicht zu \u00fcbersehen. Umstellung auf kurz\u00e4rmlig in Neustrelitz, ca. 7:45 Uhr Die Pause hier zog sich ziemlich in die L\u00e4nge. Ich hatte wirklich immer den Spruch von Olaf Ludwig mit dem Essen im Hinterkopf. Eine schnelle Gruppe fand sich bald wieder zusammen. Diesmal war es das straff durchorganisierte Team \u201efunaktiv\u201c. Das hatte ich so auch noch nicht erlebt. Da machte einer Ansagen wie: \u201eNicht so viel Abstand lassen!\u201c \u2026 Das nahm schon milit\u00e4rische Formen an. F\u00fcr uns als Trittbrettfahrer war es aber super. Die Truppe st\u00f6rte es auch nicht, dass noch 20 andere in ihrem Windschatten mitfuhren. Ist ja auch nicht verboten. Die MSR ist kein Wettkampf, und es gibt keine Ergebnisliste mit Platzierungen. Die Zeiten werden zwar elektronisch erfasst, die Reihung erfolgt aber alphabetisch. Bei 2000 Teilnehmern daraus eine wirkliche Ergebnisliste zu basteln w\u00e4re m\u00f6glich aber sinnlos und zeitaufw\u00e4ndig. Auf gut asphaltierten schmalen Nebenstra\u00dfen ging es vorbei an kleinen Seen und durch dichte W\u00e4lder Richtung Mirow und weiter in Sichtweite der M\u00fcritz nach R\u00f6bel. Das Tempo war immer noch atemberaubend schnell \u2013 zumindest f\u00fcr mich. Wenn man 30 km\/h f\u00e4hrt und der kleine Pfeil auf dem Tacho nach unten zeigt, wei\u00df der Fachmann, dass hier nicht gebummelt wurde. D.h. man f\u00e4hrt unter der Durchschnittsgeschwindigkeit. Das habe ich noch NIE erlebt. Das ist allerdings auch der gro\u00dfe Unterschied zur Nachtfahrt. Man findet nachts keine gro\u00dfen schnellen Gruppen. Man ist weitestgehend auf sich allein gestellt. Insofern sind Zeiten im Radsport sehr mit Vorsicht zu genie\u00dfen und wie schon eingangs erw\u00e4hnt die Nachtfahrer die wahren Helden. Ein anderer wesentlicher Faktor beim Radfahren spielte heute keine Rolle: der Wind. Es herrschten wirklich perfekte Bedingungen. Manchmal muss man zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Dann ergibt sich alles andere von selbst. Das Depot in R\u00f6bel bei 125 km war im Vergleich zu 2015 leider verlegt worden. Damals befand es sich direkt an der M\u00fcritz, diesmal weiter oben direkt an der Strecke. Hatte den Vorteil, dass ein paar H\u00f6henmeter weniger anfielen. Das Team \u201efunaktiv\u201c bekam vom Chef 10 Minuten Zeit f\u00fcr die Verpflegung. Mehr wollten wir uns auch nicht g\u00f6nnen, sondern lieber wieder mit dem D-Zug mitrollen. R\u00f6bel ist ja so etwas wie die Hauptverpflegungsstelle, hier gab es warmes Essen, Fettbemmchen mit Gew\u00fcrzgurken, Kuchen, Bananen, Riegel und und und \u2026 Zuerst glich ich aber meinen Fl\u00fcssigkeitsverlust aus. Die Wasserkanister kannten nur einen Zustand: leer. Die Radler soffen hier wie die Kamele. Das war auch bitter n\u00f6tig, die Sonne war inzwischen zu H\u00f6chstform aufgestiegen. Beim Essen war ich auch nicht w\u00e4hlerisch, griff mir Fettbemmchen und Gurken, dann gleich 3 St\u00fcck Schokokuchen zusammen in den Mund. Hauptsache Energie. Genie\u00dfen konnte man hinterher. Aus dem Augwinkel immer wieder ein Blick zu unseren \u201eaktiven Funsportlern\u201c, damit sie nicht ohne uns losfahren. Es waren dann doch etwas mehr als 10 Minuten Pause, aber deren Chef dr\u00e4ngelte schon. Man sollte sich am Depot gut merken, wo man sein Rad abgestellt hat Dann ging es z\u00fcgig aus R\u00f6bel heraus leicht ansteigend. Ich kam auf die verwegene Idee, zu schalten. Jette neben mir fragte noch: \u201eAlles ok?\u201c Meine Antwort bekam sie nicht mehr mit. Die Kette war runter vom Kettenblatt. Ich musste absteigen, Kette auflegen, hatte \u00f6lverschmierte H\u00e4nde und sah die Funaktiven inklusive Team Ullrich am Horizont. 50 km bis zum n\u00e4chsten Depot. Alleinfahrt. Mist. Versprengte Einzelk\u00e4mpfer konnten mir auch nicht wirklich helfen. Die waren zu schnell oder zu langsam. Also jetzt mal ruhig bleiben und beim Blick auf den Tacho nicht erschrecken. Der zeigte n\u00e4mlich jetzt wieder normale Zahlen an. Dann ein Hoffnungsschimmer: das Schild 150 km. Die H\u00e4lfte der Strecke in 5,5 Stunden. Ich konnte mir eigentlich unendlich viel Zeit lassen, lag weit \u00fcber den Erwartungen. Aber so viel Spa\u00df sollte dann doch nicht sein. Nachdem ich mich etwa 20 km im pelotonm\u00e4\u00dfigen Niemandsland bewegt hatte, schoss pl\u00f6tzlich ein Team von der Deutschen Post mit knalligen gelben Trikots an mir vorbei. Ich schaffte es gerade noch, mich hinten einzuklinken. Und das Tempo war machbar. Die Deutsche Post, dein Freund und Helfer. Sie haben mich wirklich ein bisschen gerettet. Ein herrlicher Abschnitt am Petersdorfer See auf sehr schmaler, kurviger Stra\u00dfe mit immer wieder entgegenkommenden Autos folgte. Nochmal volle Konzentration. Die Autofahrer waren kooperativ und blieben am Rand stehen. Ich war der Letzte in der 30 Fahrer starken Gruppe. In Lenz dann fast Tour-de-France-Stimmung. \u00dcber ein schmales Br\u00fcckchen wird ein Kanal gequert, die Zuschauer stehen Spalier. Ich qu\u00e4le mich den kurzen Anstieg im kleinsten Gang hinauf und erwische wieder das Ende des Post-Express\u2018. Wir kommen an einem Strandbad bei Malchow vorbei. Jetzt in die Fluten w\u00e4re sch\u00f6n\u2026 Aber das n\u00e4chste Depot w\u00e4re auch nicht schlecht. Habe jetzt auch wieder ein Auge f\u00fcr die landschaftlichen Sch\u00f6nheiten. Dies ist hier eine Gegend wie man sie in Deutschland kaum noch findet: Wald, Seen und ganz selten mal ein paar H\u00e4user. Inmitten dieser Idylle liegt Nossentiner H\u00fctte, wo bei km 172 die Freiwillige Feuerwehr mit gro\u00dfer Hingabe das Depot Nr. 4 betreute. In dem Dorf war eine Stimmung wie wohl nur einmal im Jahr. Jeder wurde angefeuert und das nicht nur von der Feuerwehr. Ich erfuhr von Wolfgang und Lukas, die schon eine Weile hier waren, dass die Funaktiven den \u201eBefehl bekommen hatten\u201c, das Depot auszulassen. Ein Blick in die Ergebnisliste (Suche nach funaktiv) sagte mir, dass sie am Ende 10,5 Stunden brutto unterwegs waren. Das war dann nicht mehr mein Level. Auch hier griff ich wieder zum Kuchen, und zur Cola, und zu den Fettbemmchen\u2026 Au\u00dferdem versuchte ich es mit Isogetr\u00e4nk, was ich beim Laufen gar nicht vertrage. Hier ging alles gut. Im \u00dcbrigen: Wenn es nicht mehr gegangen w\u00e4re, h\u00e4tte ich wie einige andere auch den Bus nehmen k\u00f6nnen. Hier verkehrt alle 1,5 Stunden ein Bus,&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":6881,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_topic_count_hidden":0,"_bbp_reply_count_hidden":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"footnotes":""},"categories":[93],"tags":[],"class_list":["post-6970","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemeines"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6970","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6970"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6970\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media\/6881"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6970"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6970"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/laufgruppe-lvb.bplaced.net\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6970"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}